Erntezeit

Den ganzen Sommer lang hatte
die gleissende Sonne das Sagen,
hat Wiesen und Felder versengt
und Schollen eingeschmolzen,
zu einem Farbenrausch,
der die Gefühle definiert.
Die Idylle täuscht.
Die Erntezeit verschont keinen,
zerrt an den Nerven,
lässt keine Ruhe aufkommen.
Die Natur gibt den Ton an.
Die Menschen müssen vollenden,
was in der Erde begann.

Ist die Frucht eingebracht,
wiegen sich die knorrigen Bäume,
die den glühenden Äckern trotzen,
im Rhythmus des Windes und laden
als Vortänzer die Helfer zum Feste ein.
Die Zeit zum Danken ist gekommen,
zum gemeinsamen Feiern:
Im Lied und im Tanz, mit Wein
und mit köstlichen Speisen.
Das Fest ist der Ausklang ihrer Arbeit,
verleiht Anerkennung und neue Kraft.
Mitunter kommt Wehmut auf, und mit ihr
beginnt wieder das Warten und Wachsen –
drinnen und draussen.