Dorf im Mittagsschlaf

Mittagsglut bleicht die Fassaden aus,
verschweisst Häuser, Gärten und
Landschaft zu einer Einheit.
Nichts regt sich.
Stummen Beschützern gleich trotzen die
lotrechten Zypressen dem Meer des Lichts,
halten Wache über das hitzemüde Dorf.
Die Wolken am Nestrand,
die den Himmel von der Erde trennen,
bauschen sich in die zartblaue Ewigkeit.
Sie lassen sich nicht einfangen.
Sie kann man nicht bezwingen.
Ihnen ist das Stehenbleiben verwehrt.
Ihr Weg ist unausweichlich, verliert
sich im Unendlichen.
Und mein Weg?