Bergpanorama

Was für ein erhebender Anblick! Die Berge leuchten, als sei der Fels nicht mehr Fels, sondern silbernes Geschmeide, vom Lichteinfall her mit zarten Farben angehaucht. Das grandiose Panorama lockt fort aus der Enge, misst die Endlichkeit aus und fordert heraus ins Unendliche. Darüber ist nur noch der Himmel. Das beschauliche Nebeneinander von Spitzen, Flächen und Schattierungen verbreitet Einklang, Stille und Würde.
Berge haben einen langen Atem. Sie schauen uns zu. Sie können auch unsere Lehrmeister sein. Vor ihnen wird das Vergehende klein, das Bleibende erhält mehr Gewicht.
Wie für den Alpinist eine Besteigung eines hohen Berges eine Herausforderung mit ungewissem Ausgang darstellt, ist für den Erbauer ein derart überdimensionales Werk ein Wagnis mit unsicherer Wirkung. Wer an den Bergen Mass nimmt, wird unweigerlich auf seine eigenen Fähigkeiten reduziert.
Wie viele Diskussionen waren vonnöten, um die verschiedenen Ansichten und Meinungen in Einklang zu bringen? Wie oft mussten Kompromisse in Kauf genommen und neue Ansätze gefunden werden, damit jedem Aspekt Rechnung getragen wurde? Wie manche schlaflose Nacht bereitete dem Gestalter das Unterfangen, bis alles unter Dach war und er es wagte, seine Absicht zu verwirklichen?
Einmal mehr wurde der Mut belohnt. Denn bekanntlich wird das Scheitern nur durch das Umsetzen von der Idee in die Tat begrenzt.